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Chronik Kleindehsa   ·   Chronik Lauba    ·   Chronik Lawalde
Kleindehsa :

Der Ort liegt zwischen Hochstein (541m) und Kötzschauer Berg (466 m) in einer Talsohle/Quellader der Litte, die Ortslage 360 m in Richtung Löbau fallend. Die bebaute Streulage des Dorfes befindet sich am Hochstein bis zu einer Höhe von 415 m und am Kötschauer Berg bis zu 372 m.

Fläche : 541,7 ha 32,5 ha bebautes Land 226,7 ha Acker- und Grünland 1,2 ha Wasserfläche 281,3 ha Wald- und Feldgehölze
Einwohner : rund 450

Gründung: Um 1242 verkaufte ein Hertwicus de Desen dem Kloster Marienthal die Dörfer Jauernick und Beheimsdorf. Seither wird dieser als erster Besitzer von Kleindehsa betrachtet.
1306 als ambae Theesyn in den Gerichtsakten erwähnt, Kleindehsa gehörte ebenfalls zum Weichbild der Stadt Löbau, verliehen durch Markgraf Otto IV. und Waldemar von Brandenburg.
Die Schreibweisen für den Ort wechseln im Laufe der Zeit :
1516 kleine Dase
1549 Cleyne Dehse
1551 These
1555 kleyn Dhesen
1576 kleyne Dese

Kleindehsa war ein "Mannlehn"- Rittergut, das bei jedem Besitzwechsel einer erneuten Belehnung durch den jeweiligen Landesherren bedurfte. Erst mit der Beseitigung der feudalen Lasten im 19. Jahrhundert wurde das Rittergut 1851 in freies erbliches Eigentum überführt.

14./15. Jh. Seither sind die Herren von Desen sicher bezeugt. 1348 gehörte Bernhard von der Thesin zu den ältesten Mannen des Löbauer Weichbildes, und um 1380 wurde ein Mitsche von der Dessen, "gesessen daselbst", genannt, welcher eine Streitsache der Brüder von Nostitz auf Kittlitz schlichtete. Im Jahr 16. Oktober 1413 trat, laut einer Urkunde, ein Heinrich von der Dehsen als Bürge auf.
1495 Erster Besitzer des "Richtergutes", als Sitz der niederen Gerichtsbarkeit, war ein Hans Richter. Bis 1713 sind 16 verschiedene Besitzer des Richtergutes bekannt.
1651 Nach der brüderlichen Teilung wurde Otto Heinrich von Nostitz mit Kleindehsa belehnt. Zum Rittergut gehörten rund 92 ha, davon 62 a Grundbesitz. Während seiner 58-jähriger Herrschaft erreichte er eine angesehene Stellung in der Öffentlichkeit.
1712-13 Carl Gottlob von Ponickau vergrößerte den Grundbesitz des Rittergutes indem er die drei angrenzenden Halbhufen, das alte Richtergut und andere Güter an sich brachte. Erleichtert wurde ihm sein Vorhaben durch ungenaue Kaufbriefe, über die die Herrschaft jederzeit das unbeschränkte Verfügungsrecht hatte. Seitdem gab es im Ort neben dem Rittergut nur noch Kleinbauern und Häusler, die besonders im 18. Jh. unter feudaler Unterdrückung zu leiden hatten.
1713 Christoph Kneschke, vom Richtergut, wurde wegen Aufwiegelung der Bauern von seinem Grund vertrieben und an den Pranger zu Bautzen gestellt und später auf der Festung Königstein gefangengehalten.
1723 Proteste der Einwohner gegen die Feudallasten, die von den Kleindehsaer Grundherren verlangt wurden.
1748/49 Im Auftrag von Frau Friedeica Juliana von Ziegler erfolgte der Neubau eines Gerichtskretschams, den sie an den "Pachtschenken" Johann George Bergmann für 450 Taler verkaufte. Der damalige Wirt mußte sich verpflichten, von jedem geschlachteten Rind die Zunge abzugeben und nur Löbauer Bier zu zapfen.
1756 Nach einer Beschwerde des Löbauer Rates, weil fremdes Bier ausgeschenkt wurde, ging der Kretscham wieder in die Hände der Dehsaer Herrschaft zurück.
1787 Gottfried Kohlmann, der Sohn des Richters Johann Kohlmann aus Kötschau, erwarb das Kretschamgut für 600 Taler von der Appellationsgerichtsrätin von Heldreich. Von nun an verbleibt der Kretscham für 150 Jahre im Besitz der Familie Kohlmann. (1809 Johann Traugott Kohlmann, 1860 Ernst Kohlmann, 1888 seine Witwe)
Vermindert wurde der herrschaftliche Besitz erst durch den Verkauf des gesamten Waldes an die Stadt Bautzen.
1885 Karl August Reinhold Kohlmann übernahm die Gastwirtschaft.
1903 Seit dem 01.08. befand sich das Rittergut im Besitz der Familie von Carlowitz. An diesem Tage erstand es der Königliche Kammerherr Dietrich v. Carlowitz für 192.500 Mark. Im Alter von 43 Jahren fiel er 1907 einem Jagdunfall zum Opfer. Erben waren seine Witwe Karoline Bertha Elisabeth v. Carlowitz geb. Stammer und seine einzige Tochter Sophie Margarethe, die in erster Ehe mit dem Regierungsamtmann Hans von Zimmermann verheiratet war. Er fiel am 05.01.1916 bei Haucourt und wurde in Lawalde in einem Erbbegräbnis bestattet. In zweiter Ehe heiratete sie nach dem Krieg den späteren NS-Reichssportführer und Staatssekretär Hans v. Tschammer und Osten.
1927 Einweihung des Saales an der Südseite des Kretschams. Einige Jahre später wurde Gustav Kohlmann Besitzer des Kretschams und nach seinem Tode wurden es bis zum Jahre 1959 sein Bruder Ernst und seine Tochter.
1928 Nachdem die Rittergutsbesitzer aus Kleindehsa das Rennen um die Verlängerung der Eisenbahnstrecke von Cunewalde nach Löbau gewonnen hatten, konnte endlich die Strecke in Betrieb genommen werden. Durch den ersten Weltkrieg verzögert, verlief die Bahn auf einer Trasse von Löbau über Großdehsa, Kleindehsa, Halbau am Hochstein, Obercunewalde Haltepunkt nach Obercunewalde und von dort nach Bautzen/Großpostwitz.
Das Rittergut verfügte in den 30er Jahren des 20. Jh. über 98 ha Landbesitz.
1945 Enteignung der Familie von Tschammer und Osten durch die sowjetische Besatzungsmacht. Durch die anschließende Bodenreform erhielten sieben Neubauern und einige Kleinbauern Land auf dem Grund des Rittergutes. In Kleindehsa waren das 5 ha pro Neubauernstelle. Das Schloss wurde erst für die Bezirksschulungen der SED genutzt und später wurde die Kleindehsaer Schule dort untergebracht.
1953 Kleindehsa wurde auch Schulträger für Großdehsa, Eiserode und Halbau. Die Gemeinde eröffnete die Schule im Schloss des Rittergutes, baute eine Turnhalle, richtete Fachkabinette ein und organisierte die Schulspeisung.
1956 Gründung der Betriebssportgemeinschaft (BSG) "Traktor" Kleindehsa mit der Sektion Fußball. Später wurde die BSG durch ihre Sektionen Pferdesport, Wandern und Touristik auch überregional bekannt.
1958 wurde die erste Genossenschaft in der Landwirtschaft gegründet. Der VEB Braunkohlenkombinat Senftenberg errichtete im Seitenflügel des Kretschams ein Ferienlager und nach 1959 gelangte der gesamte Komplex in Besitz des Betriebes.
1960 vollgenossenschaftliches Dorf.
1963 Im Schloss ist die zentrale Polytechnische Oberschule Kleindehsa untergebracht, bis zur achten Klasse wurde hier unterrichtet.
1966 Zusammenschluss der Genossenschaft mit denen in Großdehsa, Eiserode, Jauernick, Breitendorf und Teilen des VEG Löbau.
1967 entsteht die LPG "Vorwärts" Eiserode. Viehbestände werden in der Großanlage Eiserode gehalten.
1988 Die zentrale Wasserversorgung für den Ort konnte fertig gestellt werden.
1992 wurde im Schloss Kleindehsa die Grundschule für die Gemeinde Lawalde (Lawalde, Lauba, Kleindehsa) und die Orte Großdehsa, Eiserode (OTe von Löbau) und Halbau (OT Cunewalde) eingeweiht. Im selben Jahr begannen die Bauarbeiten für den Anschluss der Kleindehsaer Haushalte an die zentrale Abwasserentsorgung.
1997 Der "Kretscham" Kleindehsa brannte in den Abendstunden des 29. Januars völlig aus und mußte danach vollständig abgerissen werden.
1998 Das Schloss erhält seinen Glockenturm zurück und gleichzeitig konnte die Rekonstruktion der Grundschule abgeschlossen werden.